Gunsight's Kennel Entwicklung der Field Trials Teil I: vor 1914
 

Entwicklung der Field Trials
Teil I: vor 1914

 
Um die Entwicklung der Field Trials zu verstehen, die mit der Geschichte des englischen Labrador Retriever Clubs (LRC) eng verbunden ist, muss man ein paar Jahre vor dessen Gründung 1916, nämlich bis ins Jahr 1899 zurückgehen.

Die ersten "Retriever Competitions" und die Gründung der I.G.L. Retriever Society

Schon in den 70ziger Jahren des 19.Jhdts wurden, anlässlich verschiedener Pointer und Setter Trials, sogenannte Retriever Competitions abgehalten, bei denen vor allem die Nasenleistung der Retriever getestet werden sollte.

"Stonehenge", der Redakteur der Zeitung "The Field" erwähnte in dieser Zeit, dass 1871 ein derartiges Trial in Vaynor, North Wales stattfand und dass etwas später einige Gamekeeper in Perthshire ebenfalls den Versuch machten einen Retriever Trial abzuhalten. Spaniel Trials hatten sich bereits schon früher als durchführbar erwiesen und ermutigt durch ihren Erfolg, erklärte sich Mr. Smale bereit ein Retriever-Meeting zu organisieren. Er stellte einige Schützen zur Verfügung und "lieh" sich von Mr. B. J. Warwick, der sich als grosszügiger Gastgeber erwies, ein geeignetes Gelände. So wurde in das Programm des Spaniel Meetings 1899 in Comptom, eine Retriever Stake aufgenommen. Es gingen daraufhin 10 Meldungen ein: 1 Irish Spaniel, 2 Clumber Spaniels, 1 Field Spaniel, 5 Flat Coated und 1 Curly Coated Retriever. Das Trial sollte über zwei Tage gehen und letztlich wurden die ersten drei Plätze von den Flats belegt. Im nachfolgenden Bericht war zu lesen, dass "Mr. Smale zur Zufriedenheit aller Anwesenden unter Beweis stellte, dass Retriever Trials nicht nur durchführbar waren, sondern auch sehr interessant sein konnten" und als Folge davon wurde die Retriever Society als Zweig der International Gundog League gegründet. Die konstitutionellen Regeln dieser Society legten schon damals fest, dass " ... es ihr Ziel sei, die Zucht des reinen Retrievers zu fördern und seine natürlichen Anlagen zu entwickeln und zur Perfektion zu bringen". Es wurde weiterhin vorgeschlagen, möglichst jährlich einen Working Trial zu organisieren - all diese Ideen fanden später auch in den Zielen des LRC ihren Niederschlag.

Das erste Trial der I.G.L. Retriever Society am 12./13. Oktober 1900

Das erste Trial dieser neugegründeten Society fand am Freitag und Samstag, dem 12. und 13. Oktober 1900 in Little Green, in der Nähe von Havant statt. Das Gelände wurde wiederum von Mr. Warwick zur Verfügung gestellt. Als Richter fungierten Mr. Warwick und Mr. Arkwright. Die für diesen Trial aufgestellten Regeln stellten sich von Anfang an als sehr praktikabel heraus - und es ist für die heutigen Field Trial Teilnehmer bestimmt interessant zu wissen, dass einige dieser Regeln auch heute in den aktuellen F.T.-Regeln des KC enthalten sind!

Es gab 10 Teilnehmer in diesem Trial und eine beachtliche Anzahl an Zuschauern, die vor allem gekommen waren, um zu sehen, um was es bei einem Retriever Trial eigentlich ging. Am ersten Tag fand ein Drive statt und es wird berichtet, dass zwei Teilnehmer ausschieden, weil sie ihre Hunde selbst zu der Stelle brachten an der die Vögel gefallen waren, anstatt sie in Entfernung suchen zu lassen.

Am zweiten Tag sollten die Hunde in einer "Walking Line" durch ein Rübenfeld gehen. Auf diese Weise wurde ein Vorbild geschaffen, dass bis zum heutigen Tag kaum verändert wurde.


Allerdings waren damals nicht nur die Schützen, sondern auch die Eigentümer und ihre Hundeführer (oftmals die Gamekeeper) bewaffnet und es wurde erwartet, dass sie ebenfalls schossen. Dies wurde später glücklicherweise aufgegeben, weil es sich als viel zu gefährlich erwies, da einige der Hundeführer sich als nahezu unberechenbare Schützen erwiesen!  
IGLRetriever Field Trial

Das erste Preisgeld

Das zweite Trial der Retriever Society, das 1902 stattfand, war aus zwei Gründen sehr bemerkenswert. Erstens wurde erstmals um die Attraktivität der Teilnahme zu erhöhen, ein Preisgeld in Höhe von 20 Pfund für den ersten Platz ausgesetzt und zweitens wurde von Capt. A. Glen Kidsten ein Spezialpreis in Höhe von 3 Pfund für den bestaussehensten Retriever in den Awards vergeben.

Es war eindeutig, dass einige der Teilnehmer sich durchaus darüber im Klaren waren, dass sich im Aussehen einiger der teilnehmenden Hunde durchaus noch so manches verbessern liesse! Bis 1904 wurden Retriever Trials ausschliesslich von der IGL Retriever Society veranstaltet.

Holland-Hibbert's "Munden Single". - der erste Labrador in einem Trial

1904 war aus zwei Gründen ein sehr bedeutsames Jahr für die Labradorzucht. Zum einen nahm zum ersten Mal ein Labrador, The Hon. Arthur Holland-Hibbert's "Munden Single", an einem Trial teil und zum anderen gewann dieser Labrador sogar ein Certificat of Merit.

Holland-Hibbert, der spätere Lord Knutsford hatte bereits seit 1884, als er eine Hündin vom Viscount Grimstom in Gorhambury (Nähe St. Alban's) erhielt, Labradors. Aber bis 1904 hatte er seine Hunde zwar ab und zu im Showring ausgestellt, aber nie zuvor an einem Trial teilgenommen. "Single's" Leistung hinterliess einen tiefen Eindruck bei den Zuschauern und es gab allerseits überschwengliches Lob über ihre Arbeit bei diesem Trial.
Munden Single

In späteren Presse-Interviews mit Holland-Hibbert lobte dieser gegenüber der Sportöffentlichkeit immer wieder das zugängliche Wesen des Labradors und seinen grossen Wert als "Game Finding Dog".

The Duchess of Hamilton and Brandon und "Dungavel Juno"

Auch 1907 wurde zu einem besonderen Jahr für die Labradors:

zum ersten Mal nahm eine Frau - die Duchess of Hamilton & Brandon, als Hundeführerin mit ihrer Hündin "Dungavel Juno" an einem Field Trial teil.

"Juno" wurde daraufhin Dritte einer Non-Winner-Stake, die von der kurz zuvor ins Leben gerufenen schottischen Field Trial Association veranstaltet wurde.

 
The Duchess of Hamilton (Mitte) mit Dungavel Juno

Diese Lady und ihre Hunde, die sowohl von ihrem Gamekeeper Mr. J. Alexander, als auch von ihr selbst ausgebildet und geführt wurden, waren die Attraktion bei den nachfolgenden Trials.

Später stellte "Juno" auch ihren Wert als Zuchthündin unter Beweis. Aus einer Verpaarung mit "F.T.Ch. Flapper" stammte "Dungavel Phoebe", die Gewinnerin der ersten Championships für Retriever 1909, die in Little Green Havant stattfanden. "Juno" selbst war vom Körperbau eher kurz, aber Mr. Alexander behauptete, dass
" ... sie einer der besten Arbeitshunde war, die er je gesehen hatte und dass ihr niemals ein Runner entkam ...".

Es war klar, dass mit einer Duchess, die selbst Hunde führte, die Teilnahme an Trials sofort als akzeptabler Zeitvertreib für edwardianische Ladies anerkannt wurden.

Mr. Portal's "Flapper"

Das nächste wichtige Datum war der 26./27.November 1907 als die zweite All-Aged Stake des KC stattfand. In einem Feld von 20 Teilnehmern starteten 15 Flat Coats, 3 Labradors und zwei andere Retriever. Die Labradors waren Mr. Portal's "Flapper", the Duchess of Hamilton's "Dungavel Juno" und Holland-Hibbert's "Munden Single". Am Morgen des ersten Tages war das Wetter so schlecht, dass die Hundeführer und die Schützen darüber abstimmten, ob sie nach dem Lunch weitermachen oder abbrechen sollten - eine durchaus bekannte Situation für abgehärtete Field Trial Teilnehmer.

Glücklicherweise entschlossen sie sich weiterzumachen, denn so konnte ein historisches Ereignis seinen Lauf nehmen. Am Ende dieses Trials stand folgendes Ergebnis fest:
1st Mr. Portal's "Flapper"
2nd The Duchess of Hamilton's "Dungavel Juno"
4th The Hon. Arthur Holland-Hibbert's "Munden Single"

... damit erschienen die Labradors mit einem gewaltigen Paukenschlag in der Field Trial Szene!

.Dies war das erste Mal in der Geschichte der Field Trials, dass ein Labrador eine bedeutende Stake gewann.

"Flapper", der später auch den Titel eines FTCh. erhielt, wurde von Mr. Portal geführt, der als Vize-Vorsitzender in der Führung der LRC in dessen Entwicklungsjahren eine bedeutende Rolle spielte. Flapper war fünf Jahre alt, als er dieses Trial gewann und er erhielt später noch viele weitere Auszeichnungen. Er wurde ein einflussreicher Deckrüde und hinterliess durch seine brillianten Fähigkeiten, mehr als jeder andere Hund dieser Zeit, Eindruck bei der damaligen Jagdöffentlichkeit. Mehr als jeder andere Hund überzeugte er die Öffentlichkeit von der Überlegenheit des Labradors gegenüber den zuvor allgegenwärtigen Flat Coated Retrievern.

Captain Glen Kidston

Im Jahr 1907 erschien auch Capt. Glen Kidston als aussergewöhnlich grosszügiger und beliebter Gastgeber in der FT-Szene. Glen Kidston war ein wohlhabender Schotte, der als hervorragender Schütze bekannt war. Es hiess, es gäbe nur zwei weitere Birkhuhn-Jäger auf der Welt, der berühmte Lord Ripon und Mr. Rimington-Wilson, die ihm als Schützen das Wasser reichen könnten.
Er fühlte sich mit der Entwicklung des Labradors und der Field Trials tief verbunden und veranstaltete nicht nur selbst viele Field Trials, sondern startete auch sehr erfolgreich mit seinen eigenen Hunden. Allen voran ist hier vor allem seine "Gwendoline" (Peter of Faskally x Juniper) zu nennen, die die I.G.L. Open gewann und zweite der Retriever Championships wurde.
Kidston's Grosszügigkeit führte dazu, dass er 1910 die zweiten Retriever Championships in seinem Revier in Brecon veranstaltete und die ganze Veranstaltung, inklusive der Vergabe wertvoller Preise, nicht zuletzt die prächtige Silbertrophäe, die auch heute noch an den alljährlichen Championship-Winner verleihen wird, finanzierte.
Trotz seines verfrühten Todes 1913, war er unzweifelhaft in die Gründung des LRC 1916 verwickelt. Er stand in engem freundschaftlichem Kontakt zu vielen Mitgliedern des Gründungskommitees und sein Schwager Major M. Portal D.S.O., der schon Erwähnung fand, wurde der erste stellvertretende Vorsitzende. Nach seinem Tod ging einer seiner Hunde an Mrs. Quentin Dick.
Der Bericht über den I.G.L. Trial 1907, der im Revier von Glen Kidston in Rushmore in der Nähe von Salibury stattfand, ist sehr interessant zu lesen. Zwischen den Kommentaren des Verfassers findet sich folgendes: "In einer Beziehung haben die Trials sicher Gutes getan; sie haben die Zucht einer Klasse von Hunden gesichert, die sich nicht allein durch ihre Gestalt als arbeitsunfähig erweisen, wie so manche Show-Hunde, obwohl eines dieser schwerfälligen Tiere sogar im letzten Jahr den dritten Preis gewann, hatte er immer den einen oder anderen Misserfolge bei der Arbeit von Runnern."
Erstaunlich ist dabei, dass die edwardianischen Grossväter oder Urgrossväter kein Blatt vor den Mund nahmen, als über etwas berichtet wurde, dass später zu einer noch immer bestehenden Kontroverse wurde.

Mr. Archibald E. Butter C.M.G.
- der Revolutionär in der Entwicklung des Arbeitslabradors

Im Jahr 1908 wurde der erste Field Trial veranstaltet, an dem mehr Labradors als Flat Coats teilnahmen und diese "Vorherrschaft" festigte sich in den folgenden zwei Jahren. Ein Jahr später, 1909, gab Mr. A.E. Butter C.M.G. sein "Debüt" als Labradorführer. Zuvor hatte er mit grossem Erfolg Pointer und Flat Coats trainiert. Archie Butter leistete zur Entwicklung des Arbeitslabradors einen aussergewöhnlich wichtigen Beitrag. Butter stammte aus Riddell an der schottischen Grenze, einer Gegend aus der viele gute Hunde stammten und in der er reichlich Möglichkeiten hatte, seine Hunde zu trainieren. Seine grosse Erkenntnis wurzelte darin, dass er mehr als seine Zeitgenossen die Bereitschaft des Labradors sich ausbilden zu lassen schätzte und auch nutzte. Damit erreichte er in der Ausbildung seiner Hunde ein, noch nie zuvor erreichtes Leistungsniveau, wie zunächst sein Rüde FTCh. Peter of Faskally und später dessen Sohn FTCh. Patron of Faskally bewiesen. Es gab später noch einige andere grosse Trainer, aber es ist zweifelhaft, ob sie im das Wasser reichen konnten.
Butter war vor allem ein Mann der Neuerungen: er erwartete zum Beispiel, dass ein Hund, der als Jagdhund wirklich nützlich und auf Field Trials erfolgreich sein sollte, unter vollständiger Kontrolle stehen und sich auf jede Distanz innerhalb der Hörweite lenken lassen müsste. Er erkannte dabei klar die Bedeutung dieser Art der Kontrolle über den Hund: je mehr Kontrolle über den Hund, desto schneller konnte er in den Bereich des geschossenen Wildes geschickt werden und dieses auflesen und desto weniger würde sich drückendes Wild unnötig beunruhigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, machte er sich die Methoden der Schäfer in seiner Heimat zunutze und passte ihre Art ihre Collies auszubilden der Jagdhund-Ausbildung an. So wurde er zum ersten Hundeführer, der auf Retriever Trials Hand- und Pfeiffsignale benutzte. Butter erkannte schnell, dass, falls der Hund nicht die Möglichkeit gehabt hatte, die Fallstelle eines Vogels zu markieren, seine Chancen auf Erfolg dann am Grössten waren, wenn er möglichst schnell in den Wind der Beute gelenkt werden konnte, um dann auf sich selbst gestellt mit Hilfe seines instinktiven Geruchssinnes das geschossene Stück zu finden.
Männer wie Charles Alington und Corbet machten später von seinen Ideen Gebrauch und erzielten grosse Erfolge damit. So gewann Alington insgesamt dreimal die Retriever Championships. Andere Hundeführer jedoch mit weniger Hundegespür gelang es nicht seine Ausbildungswege nachzuvollziehen, die sie verächtlich als "sheep-dogging" bezeichneten. Was seine Zweifler vor allem aufbrachte war die Vorstellung, dass seine Methoden falsch angewendet zu einer übertriebenen Abrichtung führen konnten Dies hätte zur dann zur Folge, dass die natürlichen Arbeitsanlagen "verschleiert" werden würden, was wiederum letztendlich auch Einfluss auf die Zucht hätte.
So schrieb Charles Eley, ein bekannter Hundeführer jener Zeit: "... es scheint zumindest möglich, dass Field Trials über kurz oder lang reine Field Trial Hunde hervorbringen könnten, die von Jägern genauso unerwünscht wären, wie Hunde aus reinen Showlinien, die nur nach Schönheitskriterien gezüchtet wurden, und wenn die Richter diesen hohen Ausbildungsstandard bevorzugen würden, hätte dies zur Folge, dass nur eine geringe Anzahl Hunde fähig wären solche Trials zu gewinnen und die natürlichen Anlagen dieser Hunde würden verschleiert werden."
Heutzutage, nachdem sich die Mehrzahl der Field Trial Teilnehmer Butter's Methoden zu eigen gemacht haben, mag die Kontroverse, die damals durch die Sportpresse ging, vielleicht merkwürdig klingen. Doch der Widerhall dieser Kontroverse flammt heute wieder auf, wenn "workingtest-geschulte" Hundeführer an Trials teilnehmen und ihre Hunde dort regelrecht "over handled" werden. Aufgrund dieser Kontroverse verbreiteten sich Butter's Methoden letztlich auch nur langsam. Tatsächlich führte Jahre später ein schottischer Gamekeeper namens Dave Elliot erfolgreich einen Labrador in Field Trials, indem er die gleichen Methoden wie Butter bei seiner Ausbildung anwendete, die auch er von den Schäfern im Süden Schottlands, wo er lebte, gelernt hatte.
Während eines Trials 1930 traf er auf einen anderen Hundeführer, der behauptete, dass sie Beide die Einzigen im ganzen Lande wären, die ihre Hunde auf diese Weise führen würden. Ob sie tatsächlich die beiden Einzigen waren, ist zwar zweifelhaft, aber offensichtlich wurden Butter's Methoden trotz allen Erfolges nicht so ohne weiteres übernommen. Dave Elliot wurde übrigens später Trainer in den USA. Aber auch, wenn Butter's Methoden nicht überall die gleiche Akzeptanz fanden, sein Rüde "Peter of Faskally" tat es auf jeden Fall.

"FTCh. Peter of Faskally"

"FTCh. Peter of Faskally", der 1908 von Mr. Watson gezüchtet wurde, kam aus einer Verbindung von "Waterdale Gamester", der in direkter Linie von "Malmesbury Tramp" abstammte, und "Birkhill Juliet".
In Peter und A.E. Butter fand sich eine dieser seltenen Kombinationen, die von Zeit zu Zeit in Field Trials auftauchen: ein grossartiger Hund in den Händen eines begnadeten Führers!
Peter startete 1909 das erste Mal in einem Trial und überragte von Anfang an seine Mitstreiter. Auf dem Höhepunkt seines Ruhmes gewann er 1911 die Retriever Championships at Fakenham, als das Starterfeld zum ersten Mal nur aus Labradors bestand. Seine Tochter "Gwendoline", die Capt. Glen Kidston gehörte, wurde im selben Jahr Zweite.
Auch als Deckrüde war sein Einfluss überragend und er drückte der Rasse seinen Stempel auf. Aus seinen 22 Würfen gingen nicht weniger als 32 Field Trial Winner oder zumindest in Trials platzierte Hunde hervor. Er zeugte, sowohl einen einflussreichen Show-Champion "Withington Dorando", als auch zwei bekannte Field Trial Champions "FTCh. Patron of Faskally" und "FTCh. Peter of Whitmore".
"FTCh. Patron of Faskally" gewann seinerseits 1913 die Championships. Aus einer Verbindung von "Ch. Withington Dorando", der später der Lorna, Countess Howe gehörte, mit "Withington Jess" ging ein Rüde namens "Withington Bream" hervor. "Bream" zeugte "Ch. Withington Banter" und aus diesem stammte dann wiederum "Duke of Kirkmahoe", der Vater des berühmten "Ch. Ingleston Ben" ab.
"Ch. Ingleston Ben's" Beitrag zur weiteren Entwicklung der Rasse war gleichfalls enorm. So zeugte er sowohl viele Field Trial Winner, als auch viele Show Bench Winner. Allen voran sind hier "Dual Champion Bramshaw Bob" und "Ch. Orchardton Donald" zu nennen. Aus letzterem stammte aus einer Verbindung mit "FTCh. Kinpurnie Kate" "Ch. Kinpurnie Kam", ein gelber Rüde, der später "Glenhead Jimmy" zeugte. "Jimmy's" Mutter, "Knappies Lass", war eine Tochter von "Dual Champion Bramshaw Bob". Somit stammte "Jimmy" aus Linienzucht auf "Ch. Ingleston Ben", womit sowohl seine Vater- als auch Mutterlinie letztlich auf "FTCh. Peter of Faskally" zurückgingen.
Die Bedeutung dieser Feststellung liegt für die Züchter von Field Trial Hunden vor allem darin, dass seit 1956 jeder Gewinner der Retriever Championships in einer und in vielen Fällen auch in mehr als einer Linie seiner Ahnentafel auf "Glenhead Jimmy" und somit auch auf "FTCh. Peter of Faskally" zurückgeht.
Es schien, als dass diese Vaterlinie eine nicht wegzudenkende Bedingung für den Erfolg in Field Trials darstellte!
Archibald Butter diente dem Komitee des Labrador Retriever Clubs von dessen Gründung an bis zu seinem frühen Tod 1928 im Alter von nur 54 Jahren. Seine Ehefrau Helen, die 1921 Mitglied des Clubs war, erhielt später die seltene Auszeichnung eines Ehrenmitglieds.

Die Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg

Zahlen und Statistiken sind normalerweise eher langweilig zu lesen, aber nichts veranschaulicht besser die vorherrschende Stellung, die der Labrador innerhalb der kurzen Zeit seiner Teilnahme an Field Trials bis hin zur letzten Saison vor dem 1. Weltkrieg errang. In diesem letzten Jahr fanden insgesamt 14 Field Trial Meetings mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 247 Hunden - 50 Flats, 13 Golden Retriever, 1 Curly Coated und 179 Labradors! - statt.

Das Jahr 1914 kennzeichnete den Beginn des 1. Weltkrieges. Es fanden in diesem Jahr nur noch einige wenige Trials statt und 1915 wurden sie schliesslich ganz eingestellt.

 

Teil II: 1918 bis 1939
Teil III: ab 1946

 

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