News & Results Cold Game Tests Schweizer Apportierprüfungen C + B in Lucens
 

15./16.09.01: Schweizer Apportierprüfungen C + B in Lucens

Vielleicht hätte ich erst einmal die Europa-Strassenkarte zu Rate ziehen sollen, bevor ich die Meldungen für Sage und Boss abgeschickt habe, denn dann hätte ich es mir wahrscheinlich noch einmal anders überlegt.

Nachdem ich dies aber nicht getan hatte, stellte sich erst am Freitag vor der Abfahrt heraus, dass es sich lediglich um eine Strecke von läppischen 600 KM! handelte!

Nun ja ...


Schweizer Apportierprüfungen sind, mit Ausnahme der Debutanten-Klasse (Anfänger), Cold Game Tests, bei denen in der Klasse C (Fortgeschrittene) nur mit Federwild und in der Klasse B (Siegerklasse) mit Feder- und Haarnutzwild gearbeitet wird.

Das Richterteam setzte sich aus Derek Capel (GB), Phil Garton (GB), Monique Legrand (F) und Patrice Barthélemy (CH) zusammen.

Diejenigen, die sich noch an den GC 1999 und an die "sagenumwobene" Aufgabe 4 erinnern können, haben vielleicht noch eine Vorstellung von Derek's beliebtesten Aufgabenkonstellationen. Das versprach doch wirklich spannend zu werden!

 

Man kann auf jeden Fall sagen, dass die Aufgaben in allen Klassen nicht nur sehr anspruchsvoll waren, sondern auch ohne jegliche Beschönigungen (sprich knallhart, aber fair) gerichtet wurden. Die Aufgaben der Klassen unterschieden sich, mit Ausnahme der Wasserarbeiten, vor allem in den Entfernungen der Retrieves und natürlich in den Bewertungsmodalitäten. Die Schwierigkeiten der Aufgaben lagen vor allem in dem hügeligen, teilweise sehr dicht bewachsenem Waldgelände.

ch hatte Sage in der, am Samstag stattfindenden Klasse C gemeldet, die mit 21 Teilnehmern, das stärkste Teilnehmerfeld bildete. Die ersten vier Aufgaben fanden ausschliesslich im Wald statt.

Aufgaben der Klasse C

Aufgabe 1:

Der Hundeführer stand oben an einem steilen, teilweise dicht bewachsenen (Brombeeren) Hang. Ca.30m schräg unterhalb stand Schütze und ein Werfer, der eine Taube hangabwärts warf. Nachdem der Schütze zuerst in Richtung der Markierung geschossen hatte, schoss er schräg hangaufwärts. Zuerst musste ein, parallel zum Hang in einer Mulde liegender, "blinder" Fasan in ca. 30m Entfernung gearbeitet werden und danach die Markierung.

Aufgabe 2:

Doppelmarkierung im Wald - 1.Markierung: Taube in ca. 40m Entfernung in ein dichtes Brombeergestrüpp - 2.Markierung: Fasan in ca. 60m Entfernung in sehr schlecht einsehbares dichtes Stangenholz und viel liegendem Bruchholz. Die Reihenfolge war beliebig.

Aufgabe 3:

Doppelblind im Wald - Startpunkt lag hinter einem Holzstapel und anschliessend an diesen befand sich ein breiter Waldweg. Holzstapel und Weg mussten für das erste Blind - eine Taube in ca. 50m Entfernung - im rechten Winkel und für das zweite Blind - einen Fasan in ca. 60m Entfernung - diagonal überquert werden. Ein vom Startpunkt entfernt stehender Schütze gab in Richtung der Blinds jeweils einen Schuss ab. Die Reihenfolge der Retrieves war vorgegeben.

Aufgabe 4:

Freiverlorensuche - der Hundeführer stand auf einem Hügelkamm und der Hund sollte selbstständig beide Seiten des Kammes absuchen, wobei das Suchengelände auf der einen Seite ca. 70m tief und auf der anderen Seite ca. 50m tief und nicht einsehbar war. Es waren drei Stücke ausgelegt: ein Fasan versteckt in einem grossen Reisighaufen, eine Taube auf einer kleinen Fichte und eine Ente in einem Brombeergebüsch.


Aufgabe 5:

Wasser-Retrieve - aus einem, parallel zu einem Fluss (ca. 30m breit) verlaufenden 4er Walk-up heraus, sollten die Hunde eine Markierung, die auf der gegenüberliegenden Fluss-Seite fiel, arbeiten. Das Problem war vor allem, dass der Fluss aufgrund der vorangegangenen Niederschläge ziemlich reissend war und diagonal überquert werden musste.

Ergebnisse der Klasse C


v1 Anja Möller mit
"Gunsight's Autumn Sage" (L/H)
 
v2 Ursula Hagedorn mit "Bramatha Easter Song" (F/H)

v3 Florence Keller mit
"Cary vom Tennikerweidli" (L/H)
 
sg4 Gabi Gadient mit
"Haredale Glade"
(L/R)

 

Acht Hunde wurden eliminiert und zwei Hunde erhielten ein Non-Classé.

Am Sonntag fand dann die Klasse B statt, in der ein CACT (Anwartschaft auf den nationalen Arbeitschampion) vergeben werden sollte. Eigentlich hatte ich nur Boss in dieser Klasse gemeldet, aber nachdem Sage am Vortag so souverän gearbeitet hatte und sie sich durch ihre vorangegangenen Leistungen für den Start in der höchsten Klasse bereits qualifiziert hatte, meldete ich sie kurzentschlossen nach. Nachdem es ihr erster Start in dieser Klasse war, wollte ich mich ganz auf sie konzentrieren und deshalb wurde Boss von Harald geführt.

In der Klasse B waren 10 Hunde gemeldet, von denen acht erschienen waren. Die Aufgaben ähnelten teilweise, wie bereits gesagt, denen der Klasse C am Vortag.

Aufgaben der Klasse B

Aufgabe 1:

Der Hundeführer stand oben an einem steilen, teilweise dicht bewachsenen (Brombeeren) Hang. Ca.50m schräg unterhalb stand ein Schütze und ein Werfer, der eine Taube hangabwärts warf. Nachdem der Schütze zuerst in Richtung der Markierung geschossen hatte, schoss er schräg hangaufwärts. Zuerst musste ein parallel zum Hang liegender "blinder" Fasan in ca. 70m Entfernung gearbeitet werden und danach die Markierung, die ebenfalls ca. 70m entfernt war. Das Problem war dabei, dass der Hang von kleinen Rinnen durchzogen war, die eine gerade Linie des Hundes erschwerten.

Aufgabe 2:

Doppelmarkierung im Wald - 1.Markierung: Taube in ca. 60m Entfernung in ein dichtes Brombeergestrüpp - 2.Markierung: Fasan in ca. 80m Entfernung in kaum einsehbares dichtes Stangenholz und viel liegendem Bruchholz. Die Reihenfolge war beliebig, musste aber vor dem ersten Retrieve bekannt gegeben werden.

Aufgabe 3:

Doppelblind im Wald - der Startpunkt lag diesmal noch weitere 30m hinter dem Holzstapel. Damit war das erste Blind ca. 70m und das zweite Blind ca. 80m entfernt. Das zweite Blind lag nahezu unter einem weiteren Holzstapel, so dass der Hund schlecht Witterung bekam. Ein vom Startpunkt entfernt stehender Schütze gab in Richtung der Blinds jeweils einen Schuss ab. Die Reihenfolge der Retrieves war vorgegeben. Erschwert wurde das Handling dadurch, dass der Hundeführer jetzt mitten im dichten Bewuchs stand und der Hund teilweise nur schlecht oder gar nicht zu sehen war.

Aufgabe 4:

Freiverlorensuche - der Hundeführer stand wiederum auf dem Hügelkamm und der Hund sollte selbstständig beide Seiten des Kammes absuchen, wobei das Suchengelände auf der einen Seite ca. 70m tief und auf der anderen Seite ca. 50m tief und nicht einsehbar war. Es waren wieder drei Stücke (u.a. auch ein Kaninchen) ausgelegt. Falls der Hund nicht alle Stücke fand, galt das als "major fault" und bedeutete die Elimination.


Aufgabe 5:

Wasser-Retrieve - zunächst sollten Hund und Hundeführer mit drei Richtern einen "Mini-Walk-Up" entlang des Flusses machen. Nach ca. 50m Wegstrecke fiel auf der anderen Fluss-Seite ein "Verleitungsschuss" hinter eine hohe Hecke.

Daraufhin kehrten Hund, Hundeführer und Richter wieder zum Ausgangspunkt zurück. Von dort aus sollte der Hund ein Blind über wechselndes Gelände (Uferböschungen, Fluss, aufsteigender Hang, verschiedene Bewuchsarten) in ca. 180m Entfernung arbeiten. Das Blind lag im spitzen Winkel zum "Verleitschuss".

Ergebnisse der Klasse B

v1 & CACT Verena Ommerli mit "Conneywarren Spike" (L/R) - 89Pkt.
 
v2 & RCACT Anja Möller mit
"Gunsight's Autumn Sage" (L/H) - 88Pkt.
 
v3 Beate Haag mit
"Wadesmill Fern" (G/H) - 75Pkt.

g4 Ueli Andres mit
"Kenwu Super-Jet" (L/H) - 72Pkt.

g5 Steve Grütter mit
"Banner Gingerbred Spangled Star" (L/R) - 68Pkt.
 

Die restlichen Hunde wurden eliminiert.

 

 

 

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