News & Results Field Trial Field Trial alla Francese/all'Inglese

 

12./13.04.2001: Field Trial alla Francese/all'Inglese
(Gruppo Cinofilo Orevietano - Italy)

Unter dem Motto: Man gönnt sich sonst nichts (oder wie könnte man sich sonst erklären, dass man mittlerweile so verrückt ist, 13 Stunden im Auto zu sitzen um mit seinen Hunden an einem F.T. in Orvieto (Italien) teilzunehmen?) fuhr ich mit Vreni Ommerli und Regula Weissmüller also in den Süden Italiens.

Damit sich die Fahrt sozusagen auch "rentiert", hatten wir sechs Hunde gemeldet:

 "Dakshya v. Tennikerweidli" und "Gunsight's Autumn Sage" alla Francese (während des Wartens an der Leine geführt) und "Conneywarren Spike", "CTCH Blagrove Bramble", "Conneywarren Tess" und "Loughbrook Goldcharm of Lafayette" all'Inglese (stets unangeleint).


Italienische F.T. haben etwas sehr Spezielles an sich, denn als erstes lernt man, dass der in der Ausschreibung angebe-nen Zeitpunkt und der tatsächliche Beginn nicht unbedingt zusammen-fallen müssen.

So braucht man sich also erstens nicht wundern, wenn der Beginn auf ore 7.30 festgelegt ist und man dann so ungefähr um ore 9.30 beginnt und zweitens braucht man sich ebenfalls nicht wundern, wenn als Treffpunkt eine kleine "Segafredo"-Bar angegeben ist, die aufgrund der Teilnehmerzahl irgendwann aus allen Nähten platzt..., allerdings und dass ist der springende Punkt beginnt sich diese Bar unglücklicherweise irgendwann aus scheinbar unerfindlichen Gründen rasch zu leeren und wer dann nicht sofort in sein Auto springt, der hat den Anschluss zumindest für diesen Tag verloren...

An jedem der zwei Prüfungstage fand morgens ein "Drive" alla Francese und nachmittags ein "Drive" all'Inglese statt. Am ersten Tag wurden Rebhühner und am zweiten Tag hauptsächlich Fasane geschossen. Die Schwierigkeiten lagen vor allem in dem steil abfallenden, hügeligen Gelände mit bereits gut kniehohem Gras und dem sehr starken Wind von ca. 5-6 Beaufort.


Die Teilnehmer des alla Francese Trials wurden an beiden Tagen in drei Gruppen aufgeteilt, die jeweils von einer Richtergruppe gerichtet wurden. Die Teilnehmer des all'Inglese Trials starten in einer Gruppe.
Regula und ich starteten am ersten Tag in derselben Gruppe und im selben Drive. Sie konnte mit Dakshya, nachdem fünf Hühner geschossen waren, als Erste arbeiten.

Dakshya zeigte ein perfektes Mark auf den zuletzt geschossenen Vogel und arbeitete später noch einen schwierigen Retrieve aus einem dichten Wald. Sage, die anfänglich angesichts ihres ersten Trials etwas übermotiviert war, arbeitete, nach dem sie wieder unter Kontrolle war, sehr beindruckend ein Memory, bei dem sie eine phantastische "Nase" zeigte, konnte aber anschliessend ihren zweiten Vogel, der ausser Sicht in eine Bodenmulde gefallen war nicht finden und es gelang mir auf Dauer nicht, sie in diesem engbegrenzten Gebiet zu halten. Nachdem auch keiner der anderen Hunde diesen Vogel fand, blieb sie trotzdem im Rennen. Am Ende gewann Regula mit Dakshya mit ecc1 und Sage erhielt ein mb (= molto bene = sehr gut).

Der nachmittägliche All'Inglese Trial mutete leider eher einer Zirkusvorstellung, als einer reellen Jagdsituation an.

Die Führer standen jeweils zu dritt an einem Berghang. Diesem gegenüber war ein weiterer Hang auf dem die Schützen einen Ring gebildet hatten. Dazwischen lag ein dicht bewaldetes, teilweise undurchdringbares, ca. 80m breites Tal. Die Gesamtentfernung betrug ca. 250m Luftlinie. Es erwies sich als unmögliches Unterfangen den Hund direkt auf die geschossenen Vögel auf der gegenüberliegenden Hangseite zu schicken und so versuchten die meisten Führer die Hunde um den Wald herumzuschicken. Dies aber bedeutete, dass der Hund eine Strecke von ca. 500m zurücklegen musste und auch auf diese Entfernungen noch sehr gut zu lenken sein musste.

Kurz und gut, nur 4 der angetretenen 14 Hunde kamen hier zum Erfolg.

 

Dies lag sicher nicht nur daran, dass die Hunde sich auf diese enormen Entfernungen irgendwann nicht mehr lenken liessen, sondern vor allem an dem starken Gegenwind, der Pfiffe und Kommandos einfach untergehen liess. Unter den vier Erfolgreichen befanden sich auch Vreni's Spike und Bramble. Boss geriet mir über den Hangrücken ausser Sicht und biss sich in einem Gelände fest, an dem morgens ein Drive stattgefunden hatte. Leider musste ich ihn daraufhin zurückholen. Die französischen Richter, die ihn vom Hang gegenüber bei der Arbeit beobachtet hatten, schwärmten zwar anschliessend von seinen "hunting abilities" (na ja wenigstens ein kleiner Trost), damit waren wir erst einmal aus dem Rennen. Beim nächsten Retrieve sollten dann die noch verbliebenen Vögel des Gegenhanges, diesmal allerdings vom Fuss dieses Hanges, geholt werden. Allerdings durften nur noch die bis jetzt erfolgreichen vier Hunde arbeiten. Obwohl Spike hier bestechend gearbeitet hatte, gewann letztendlich ein italienischer Hund und er wurde Zweiter.

Am zweiten Tag waren Regula und Ich wieder im selben Drive, obwohl zuvor die Startnummern neu verlost wurden. Diesmal wurden sechs Fasane geschossen und die Richter gaben den zu apportierenden Vogel vor. Ich war mit Sage als letzte an der Reihe. Es gelang ihr, die drei vor ihr arbeitenden Hunde technisch zu "eyewipen", indem sie als Einzige den vorgebenen Vogel holen konnte. Daraufhin bekam sie noch einen sehr schwierigen Retrieve zugewiesen, bei dem ich sie zuerst durch ein Loch in einem unüberwindbaren Zaun handeln musste. Nach dem Zaun war sie sofort ausser Sicht. Sie musste dann noch einen breiten Fahrweg überqueren und in dem, daran anschliessenden, teilabfallenden, dichten Wald nach einem geflügelten Fasan suchen. Nach ca. 3 endlosen Minuten gab einer der Schützen endlich das erlösende Handzeichen: "Hund hat gefunden und kommt!". Mit diesem wirklich sehr guten Retrieve konnten wir letztendlich den Trial mit der Qualifikation "vorzüglich" gewinnen!


Leider endete unser Italien-Ausflug sehr, sehr traurig.

Auf dem Rückweg verloren wir Vreni's schwarze Hündin "Conneywarren Tess", die nach Aufnahme eines hochpotenten Nervengiftes innerhalb von zwei Stunden elendiglich in unseren Armen einging.

Es gibt keine Worte, um das in diesen Stunden erlebte auch nur annähernd zu beschreiben

 

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