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2. März 2003: 4. Gunsight's & Friends Trophy

Am 02. März fand bereits zum vierten Mal die mittlerweile sagenumwobene Gunsight's & Friends-Trophy statt. In diesem Jahr stellte uns Jörg Mente, zugegebenermassen etwas wehmütig in Erinnerung an dicke Lehmstollen unter den Stiefeln, brennende Holzstapel oder davonfliegende Versorgungszelte, nicht nur seine ausgedehnten Wälder, sondern auch eine äusserst heimelige Hütte zur Verfügung.

Bedingt durch die unterschiedliche Auffassung, ob der Zeitpunkt des Treffens sich auf Greenwich Meridian Time (GMT) oder auf die mitteleuropäische Winterzeit (MEWZ) bezog, verzögerte sich der Beginn des Events um ca. 60 Minuten. (Wir sollten in Zukunft darauf achten, dass auch die Gastgeberin eine Einladung mit Uhrzeit erhält). Bei anderen Veranstaltungen würde diese Verzögerung allerdings sicher noch unter c.t. fallen ...

Vielleicht lag es aber auch in der Absicht unserer Gastgeberin, den zum Teil weit angereisten Teilnehmern ausreichend Möglichkeit zum "Small Talk" zu bieten, da "dümmliches Gequatsche" auf Wunsch des "Head Game Keeper`s", alias Stefan Bürse-Hanning, den weiteren Prüfungsablauf möglichst nicht mehr stören sollte.

Stefan hatte keine Mühen gescheut uns nicht nur mündlich, sondern auch in schriftlicher Form seine Spielregeln zu erklären, indem er uns eine genaue Beschreibung aller Aufgaben an die Hand gab. Die Idee bestand darin, einen möglichst realistischen Jagdtag zu simulieren, wobei die beschriebenen Situationen unter Zuhilfenahme des mehr oder weniger vorhandenen Jagdverstandes selbständig zu lösen waren. Es wurde in sechs Zweier-Teams gearbeitet, die zuvor mit Rücksicht auf die vorhandenen Handicaps wie Alter, Läufigkeit, Rasse bzw. Haarlänge ;-), Farbe u.s.w., von der Gastgeberin ausgewählt worden waren. Die Altersspanne der Hunde umfasste einen Rahmen von 1,5 Jahre bis knapp 13 Jahren.

Bei den Aufgaben war weiterhin folgendes zu beachten:

  • pro Hundeführer war nur ein "Einspringer" frei, jeder weitere sollte 60,- Euronen kosten - wobei bereits nach der ersten Aufgabe "Einspring-Kontingente" wie Punkte in Flensburg gehandelt wurden und auch die Ebay-Variante soll angedacht worden sein
  • das Picking Up geflügelter Vögel sollte stets unverzüglich erfolgen
  • soweit die jeweilige Jagdsituation es erforderlich machen würde, könnten die Hunde bereits vor Beendigung des Treibens geschickt werden
  • in bestimmten Situationen könnte es zweckmässig sein, zwei Hunde gleichzeitig arbeiten zu lassen

 

 

Nach dem intensivem Studium des Aufgabenzettels lag es bei den Teams die gestellten Probleme waidgerecht zu lösen. Punktverluste ergaben sich hauptsächlich durch alternativ gewählte Lösungswege oder die individuell unterschiedliche Interpretation der Aufgaben, wobei zur Festsetzung der besten Lösungsstrategie für die einzelnen Aufgaben so manches "In-Team-Gespräch" geführt wurde. Von mangelndem Sachverstand konnte bei der geballt anwesenden Jägerschaft natürlich keinesfalls ausgegangen werden ;-))).

Aufgabe A

Sie werden abgestellt und sollen die Jagd beobachten. Es werden zwei Vögel geschossen. Wegen des unübersichtlichen Geländes können Sie die Fallstellen nicht sehen und wissen nicht, ob das Wild tödlich getroffen wurde. Nach dem zügigen Picking Up treffen Sie wieder am vereinbarten Treffpunkt ein und müssen leider feststellen, dass Sie einen Vogel an ihrem Standort vergessen haben. Vielleicht war er zählebiger als gedacht?!

Diese Doppelmarkierung bereitete durch den teilweise noch hohen Schnee vereinzelt leichte Probleme. Bei dem tatsächlich "zählebigen" Vogel handelte es sich um das Einweisen auf eine Schleppspur, da er sich wohl in die Deckung gedrückt hatte ...

Aufgabe B

Der Schütze, unser Ehrengast aus Großbritannien, der auf der anderen Seite des Waldes abgestellt worden war und dem kein Hundeführer zugeteilt wurde (wir haben nicht geglaubt, dass er überhaupt irgendetwas trifft), behauptet er habe 2 Tauben mit einem Schuss getroffen. Beide Vögel hätten deutlich gezeichnet und wären vor ihm in den Wald gefallen. Er war selber zu überrascht, um sich die Fallplätze zu merken. Sie werden gebeten diese Tauben zu "bergen".

Anhand dieser Beschreibung sollte eigentlich jedem klar gewesen sein, dass es sich um eine Frei-Verloren-Suche mit zwei gleichzeitig arbeitenden Hunden handelte - ja, ja, dass hätte es wohl sein sollen!

Unverständlicherweise gab es bei dieser Aufgabe einen tätlichen Angriff (in Form von fliegenden Schneebällen) auf den "Head Game Keeper", den dieser jedoch aufgrund seiner beispiellosen Großzügigkeit glücklicherweise nicht ahndete, obwohl er etwas von der Einziehung der Einladung murmelte ...

Aufgabe C

Sie werden als Treiber von den Durchgehschützen benötigt. Das Treiben gilt als sehr wildreich, sie werden gebeten dicht zusammen zu bleiben, um keine unnötige Beunruhigung zu verursachen.

Es wird darüber gesprochen, dass ein Fuchs gesehen worden ist. Da dieser jedoch heute nicht zum Abschuss freigegeben ist, müssen die Schützen ihn laufen lassen, falls sie ihn sehen sollten. Zwei geschossene Fasane fallen unmittelbar hinter der Treiberlinie tot zu Boden. Diese sind als Retrieves so uninteressant, dass Sie sich entschliessen die Vögel selber aufzulesen. Fast gleichzeitig werden von den Vorstehschützen Fasane und Hasen beschossen.

 

Überraschung!!!

Leider überhörten einige Hundeführer hier scheinbar den Hinweis, dass der Fuchs (in Form eines "Flitsche-Dummies") eben nicht freigegeben war! Während sich einige Hunde von sich aus vom "Fuchs" magisch angezogen fühlten, wurden andere durch aufwendiges Handling erst dorthin manövriert. Es wurde sogar gemunkelt, dass ein Hundeführer seinen Hund regelrecht auf den "Fuchs" eingewiesen haben soll ...

Auch der Umstand, während dem Walken einen Treiberstock in der Hand halten zu müssen, irritierte so manches Gespann frei nach dem Motto "drei Hände wären jetzt nicht schlecht" ...

Nach dieser Aufgabe erfolgte endlich der langersehnte Aufruf zur Mittagspause, die bei strahlend blauem Himmel in der gemütlichen Hütte stattfand.

Leider verliess uns nach der Mittagspause der Wettergott, denn es begann sich immer stärker zu bewölken und schliesslich in Strömen zu regnen.

Aufgabe D

Aus einem anderen Treiben fehlen noch 4 geflügelte Fasane! Ein Treiber will gesehen haben, dass die Vögel in der Hecke verschwunden sind, an der wir im nächsten Treiben entlang kommen werden. In unserem bevorstehenden Treiben soll dieser Fehler nicht noch einmal passieren. Während abwechselnd ein Hund in der Hecke arbeitet, soll der andere Hund die Möglichkeit haben das fortlaufende Jagdgeschehen zu beobachten und sich die Fallstellen, der durch unseren Meisterschützen getroffenen Vögel, zu merken. Während dessen sollte sich der suchende Hund von anderen Ereignissen nicht ablenken lassen.

Während jeweils ein Hund sich in einer kurzen Suche befand, sollte der zweite Hund die Flanke sichern. Der suchende Hund sollte sich durch die Markierungen nicht bei seiner Arbeit stören lassen. Diese, wie erwartet, anspruchsvolle Aufgabe haben alle Teams sehr gut gelöst. Wobei einzelne Hunde in der Fichtendeckung eine merkwürdige "Blasenschwäche" zeigten ...

Aufgabe E

Sie beobachten wie ein Schütze in größerer Entfernung einen Fasan steil über Kopf trifft. Von Ihrer Position aus gesehen, fällt der Fasan in einiger Entfernung hinter dem Schützen tot zu Boden. Bevor Sie einen Hund schicken, informiert uns der Schütze, dass er einen geflügelten Fasan gesehen hat, der sich in einem Dickicht unmittelbar vor ihm drückt.

Bei dieser letzten Arbeit zeigte sich, dass aufgrund der nicht vorhandenen Windverhältnisse und des hohen Schnees die Markierung fast immer in einem längeren Einweisen endete. So mancher Hundeführer versuchte hierbei regelrecht seine Pfeife zum Platzen zu bringen. Einem Hund schien das alles etwas zu lange zu dauern und er holte sich deshalb erst mal ein paar "deep-frosted horse-apples" als Stärkung. Der jüngste Hund des Starterfeldes, die Flat-Hündin Alwine zeigte hier entsprechend ihres Ausbildungsstandes eine sehr gute Leistung.

Besonders ergreifend, wie immer am Ende eines Jagdtages, war natürlich das Strecke legen. Jörg Mente verblies uns die Strecke, die mit Andacht angenommen wurde.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

 

  • Platz 1 (as usual)
    Annette mit "Taviscara Abila" (L/H)
    Anja Möller mit "Gunsight's Autumn Sage" (L/H)
  • Platz 2
    Barbara Mente mit "Mac-Tan vom Tennikerweidli" (L/R)
    Wolfgang Vergiels mit "Staftly Countess of Zentlinde" (L/H)
  • Platz 3
    Jutta Rorich mit "Arnika-Floh op de Bartelt" (G/H)
    Marianne Walheim mit "Come Fast Esprit" (L/H)

Weiterhin haben sich folgende Teams bestens geschlagen:

Doris Zeller mit "Gunsight's Anemone" (L/H)
Jörg Mente mit "Haredale Hopeful Haste" (L/R)

Herwig Ditschuneit mit "Quincie aus Lühlsbusch" (L/H)
Anke Wolf mit "Dancing Shadow Acacia" (F/H)

Harald Hubert mit "Loughbrook Goldcharm of Lafayette" (L/R)
Rainer Wolf mit "Alwine Umbra Fida" (F/H)

 

Träger des berüchtigten Gunsights-Sonderpreises, der diesmal unter dem Motto "Nicht-Wirklich" stand, wurde Herwig Ditschuneit. Dem "Nicht-Wirklich" wird in seiner vorhandenen Sammlung adäquater Exponate aus aller Welt sicher ein besonderer Platz vorbehalten bleiben.

Auf allgemeinem Wunsch des Richters wurde nach dem Schüsseltreiben ein gemeinsames Jagdlied angestimmt, das den gelungenen Ausklang des Jagdtages brachte.


Ein herzliches Dankeschön ...

  • an Anja Möller für die Einladung und Bewirtung zu ihrer alljährlichen Trophy,
  • an Jörg Mente, der uns die geniale Jagdhütte mit dem umliegenden, abwechslungsreichen Revier zur Verfügung stellte,
  • an Stefan Bürse-Hanning, der durch die gelungene Auswahl interessanter Aufgaben unter den Augen sehr erfahrener anwesender Richter seine Feuertaufe als Richter bestanden hat
  • an das Ehepaar Knechtel, das sich anfangs vielleicht einen erholsamen Tag vorgestellt hatte, aber plötzlich "mittendrin statt nur dabei" war und zusammen mit Angelika Hinderer ein professionelles Helfer-Team bildete.

Anke Wolf mit Dancing Shadow Acacia

 

 




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