News & Results Special Events Schweizermeisterschaften Lawinenhunde
 

03./ 04. April 2004:

Schweizermeisterschaften Lawinenhunde aller Rassen 2004

Am 03. und 04. April 2004 fanden in Bernia Ospizio die alljährlichen Schweizermeisterschaften für Lawinenhunde statt.

Qualifiziert für die Teilnahme waren wie stets nur Hunde der höchsten Leistungskategorie, der Klasse LawH 3, die sich zwischen dem Meldeschluss der letzten und der darauffolgenden Meisterschaft anlässlich zweier Prüfungen, die mit mind. 270 von max. 300 Punkten (= Qualifikation sehr gut) und AKZ bestanden wurden, qualifiziert hatten.


So auch Sage's Vater und Bracket's Gross-vater "Int. FTCh. Conneywarren Spike", der mit seiner Führerin Verena Ommerli damit bereits zum 4. Mal an diesen Höhenpunkt der Lawinenhunde-Saison teilnahm.

Nachdem Spike 2001 Vizemeister wurde und 2003 den 3. Rang belegte, holte er sich in diesem Jahr den Schweizermeister-Titel mit beinahe astrono-mischen 295 von 300 möglichen Punkten und der Qualifikation "vorzüglich"!

Congratulations
to Spike & Vreni!!!


Insgesamt gingen 25 Teilnehmer verschiedener Rassen an den Start, darunter zwölf Labradors, fünf Deutsche Schäferhunde, drei Belgische Schäferhunde, zwei Riesenschnauzer, sowie ein Flatcoated Retriever, ein Golden Retriever und ein Border Collie.

Erklärend sei noch darauf hingewiesen, dass alle HF, die ihre Hunde auf Lawinenhundeprüfungen führen wollen, vorab anlässlich einer "Prüfung der Skitüchtigkeit" unter Beweis stellen müssen, dass sie das Skifahren im Tiefschnee beherrschen und ihr Können dem eines mittleren Tourenfahrers entspricht.

Die Prüfung anlässlich der Schweizermeisterschaften setzt sich, wie alle Lawinenhundeprüfungen, aus zwei wesentlichen Prüfungsbereichen - der Grob- und der Feinsuche - zusammen und richtet sich nach den Vorschriften für Lawinenhundprüfungen der Klasse 3 (LawH 3).

Die Grobsuche

Grundsätzlich soll der Hund bei der Grobsuche auf einem natürlichen oder künstlich präparierten Lawinenfeld zwei verschüttete Personen suchen und anzeigen.

Das Anlegen eines künstlichen Lawinenfeldes folgt dabei strengen Regeln, so sind beispielsweise die genaue Vergrabetiefe der Personen (mind. 100cm überdeckt), die Anlage der Eingänge, die einzuhaltende Wartezeit (min. 20 Min.) und auch die maximale Suchzeit genau vorgegeben. Des weiteren ist peinlichst genau darauf zu achten, dass allfällige Spuren der Vergrabemannschaft vor dem Start gewissenhaft beseitigt werden.

Im Rahmen der Grobsuche hat der HF zunächst sein theoretisches Grundwissen zum Thema Lawinenhundearbeit unter Beweis zu stellen. Anschliessend muss er durch das Lösen einer taktischen Aufgabe, die einer möglichen Unfallsituation gleicht, den primären Suchenbereich seines Hundes selbst ermitteln. Die primäre Suchenfläche in der Klasse LawH 3 umfasst eine Fläche von ca. 9000 m² und der HF erhält 1-2 Anhaltspunkte, die ihm bei der Lösung helfen sollen. Die maximale Suchzeit beträgt stets 20 Minuten.

Die Punktevergabe richtet sich in der Grobsuche nach Ausführung und Erfolg.

Im Rahmen der Ausführung werden sowohl das Verhalten des Hundes und seine Führigkeit, als auch das Verhalten des HF und die Erfolgszeit bewertet.

Bei der Grobsuche soll sich der Hund einerseits gut vom HF lösen und andererseits auch auf grosse Distanz noch lenkbar sein. Fehlerhaft wirken sich vor allem das Überlaufen von Vergrabestellen und sogenannte Fehlanzeigen aus. Als Fehlanzeigen gelten dabei alle Anzeigen, die mehr als 5m von einer Vergrabestelle entfernt ausgeführt und vom HF gemeldet werden.

Der Hund soll den gesamten primären Suchbereich absuchen, aber im Gegensatz zur Feinsuche wird hier keine systematische Quersuche verlangt. Im Vordergrund steht vielmehr, dass sich der Hund einerseits gut vom HF löst, selbstständig und intensiv sucht, andererseits aber auch seine Führigkeit dabei erhalten bleibt. Keinesfalls darf der Hund sich jedoch ständig am HF orientieren oder vom ihm abhängig wirken.

Die wichtigsten Aufgaben des HF sind sich entsprechend der gelösten taktischen Aufgabe möglichst logisch zu verhalten, den Wind und die vorgegebenen Anhaltspunkte zu beachten und dem Hund in angemessenem Abstand zu folgen, sowie dessen Anzeigen durch Handzeichen zu melden.

Neben dem taktischen Verständnis des HF, dem Verhalten und der Führigkeit des Hundes und dem Verhalten des HF während der Suche, gehen zusätzlich noch die Erfolgszeit, der tatsächliche Erfolg (das Finden beider Personen) und die Korrektheit der Anzeige in Punktewertung ein.

Der Hund hat ohne Abzug 10 Minuten Zeit den primären Bereich abzusuchen. Danach verliert er pro angebrochene halbe Minute jeweils einen Punkt.

Die verschütteten Personen sind durch selbstständiges Auslösen, intensives Scharren und Verharren so lange anzuzeigen, bis der Prüfer die Anzeige bestätigt und der HF bei seinem Hund angelangt ist. Verweisen, Sitzen, Stehen, Liegen und/oder nur Bellen sind dabei als alleinige Anzeigearten nicht zulässig - entscheidend ist vielmehr das intensive, unablässige Scharren des Hundes bis zum Eintreffen des HF, der erst dann seinen Hund lobend unterstützen darf. Der Hund darf sich bei der Anzeige niemals weiter als 5 Meter von der Vergrabestelle entfernen.

Die Feinsuche

Die Feinsuche findet immer nach der Grobsuche auf einem getrennt angelegten Feld statt. Der Hund muss dabei einen markierten Geländeabschnitt systematisch nach einem vergrabenen Gegenstand "abrevieren". Die Fläche des abzusuchenden Feldes beträgt 50m x 50m, die einzuhaltende Wartezeit beläuft sich auf mindestens zehn Minuten und die Suchzeit ist auf maximal zehn Minuten begrenzt. Der Gegenstand, ein gut verwitterter (d.h. von einem Menschen zuvor auf dem Rücken getragener!) mit Wolldecken, Kleidern o.ä. gefüllter Rucksack wird 50 cm tief vergraben. Das Feld darf dabei nur mit Skiern betreten werden.

In der Bewertung der Ausführung der Feinsuche finden vor allem die systematische Quersuche mit grosser Führigkeit und der Arbeitseifer des Hundes ihren Niederschlag. Die Suchrichtung wird vom Prüfer vorgegeben und ist für alle Teilnehmer gleich. Der HF muss die Fläche auf einer ungefähren, am Anfang und Ende markierten Mittellinie durchgehen, die er um nicht mehr als drei Meter verlassen darf.


Der Hund soll dabei nicht mehr als sechs Meter vor dem HF revieren. Auch bei der Feinsuche hat die Anzeige des Hundes durch intensives, ununterbrochenes Scharren, Verharren und selbstständiges Auslösen auf der Fundstelle zu erfolgen. Der Hund muss den Gegenstand solange anzeigen, bis die Anzeige vom Prüfer bestätigt wird. Er darf nicht weiter als 2m von der Vergrabestelle entfernt anzeigen. Als fehlerhaft gelten auch hier das direkte Überlaufen, eine zu schwache Anzeige, Unterbrüche im Scharren während des Anmarsches des HF, sowie ein kurzes Verlassen der Vergrabestelle.

Die Rangliste der Schweizermeisterschaft für Lawinenhunde 2004

Rang Punkte Qual. AKZ Führer Hund Rasse
1 295 v ja Verena Ommerli Conneywarren Spike Labrador
2 289 v ja Susanne Ommerli Cindy vom Diemberg Riesenschnauzer
3 280 sg ja Nicole Keller Garlic du Torrent de la Combabel Labrador
4 280 sg ja Armin Näf Linsanca Quail Labrador
5 279 sg ja Urs Merkofer Pluto Rupits Fried of Haredale Labrador
6 275 sg ja Franziska Walser Haredale Gannet Labrador
7 273 sg ja Ruth Meli Qunicy von der Roten Platte Tervueren
8 273 sg ja André Bühler Wito vom Gipfelsturm Dt. Schäferhund
9 271 sg ja Veronika Schwarz Haredale Ganesh Labrador
10 268 g ja Sandra Klee Vasca von Labradorswiss Labrador
11 266 g ja Dorothe Senti Gwynt Cliff Border Collie
12 266 g ja Jürg Battaglia Vapo von der Roten Platte Tervueren
13 266 g ja Elsabeth Spiess Alegra Straglüscha von der Rumi Labrador
14 265 g ja Roberto Albertella Edo del Pizzo di Claro Dt. Schäferhund
15 264 g ja Marie-Eve Buchs Fint vom Tennikerweidli Labrador
16 259 g ja Paul Kramers Haredale Gambolling Gopi Labrador
17 259 g ja Fridolin Geisser Wotan von der Silberweide Dt. Schäferhund
18 257 g ja Inès Kramers Haredale Dusky Dancer Labrador
19 257 g ja Vreni Reding Otti vom Roghis Dt. Schäferhund
20 253 g ja Laurence Fontana-Müller F'Risaux du Chemin du Paris Tervueren
21 253 g nein Christina Pfenninger Roy von Chigga Flat Coated Retriever
22 234 b nein Christoph Rüedi Dovre Field Urgent Riesenschnauzer
23 224 b nein Brigitte Blumenthal Funnyline Hunting over the Pop Golden Retriever
24 207 m nein Hans Hartmann Flip vom Tennikerweidli Labrador
25 203 m nein Maria Egli Don vom Rübliland Dt. Schäferhund
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