Training & Care Training Junghundetraining Fons Exelmans
 

Junghunde-Seminar
mit Fons Exelmans (B)

Konzeption zum
Trainingsaufbau

  Fons Exelmans arbeitet gezielt mit dem Prinzip der positiven Bestärkung, d.h. er verhilft dem Hund möglichst in jeder Situation zum Erfolg. Konsequenterweise versucht er andererseits mögliche Fehlerquellen vorauszusehen und bereits im Rahmen eines intensiven Basistrainings von Anfang an auszuschließen.

Beispiel Anti-Tauschtraining:

Der Junghund geht angeleint am Fuß mit Dummy im Fang über am Boden liegende Dummies.


Das intensive Basistraining ("Basics") wird sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet. Bereits jetzt fließen Elemente aus allen denkbaren Sparten in das Training mit ein. Schon früh tauchen Ablen-kungen auf, deren Intensität behutsam gesteigert werden. Um eine unerwünschte Erwartungshaltung des Hundes zu vermeiden, versucht er besonders intensive Reiz-Situationen, die z.B. bei direkten Markierungen oder beim Arbeiten am Wasser entstehen, durch "vorgeschaltete Arbeiten" gezielt zu mindern. Die Ausrichtung seines gesamten Basistrainings leitet er von der letztlich erwünschten End-leistung ab. Selbstverständlich arbeitet er beim Einarbeiten der unterschiedlichen Elemente mit der Einstimmung über Rituale und legt grossen Wert auf eine eindeutige, klare Körpersprache des Hundeführers.

Zitat Fons: "Führen heißt nicht hoffen"

Das Basistraining

Heelwork

Das saubere Fußgehen ("Heel work") stellt die Basis allen Arbeitens dar. Ziel sollte letztlich der ruhige, verlässliche Jagdbegleiter sein, der die Aufmerksamkeit seines Führers möglichst wenig in Anspruch nimmt, bis er schliesslich zum Apportieren geschickt wird.
Das Fußgehen ist nicht nur elementar beim Arbeiten in der Line, sondern vor allem auch beim Einüben von Startsituationen. Der Hund sollte stets erst nach exaktem "Richtungssitzen" geschickt werden. Sitzt er nicht gerade - also parallel zu Führer - , dann sollte er im Training nicht manuell korrigiert werden, sondern durch erneutes Angehen des Startpunktes.

Beispiel:

Hund geht frei bei Fuss und der Führer legt 4 Dummies an verschiedenen Punkten aus. Die Entscheidung, welches der 4 Dummies vom Hund zu holen ist, vermittelt der Führer, indem er ein kurzes Stück auf das jeweilige Dummy zuläuft und dann stehenbleibt. Der Hund muß auf das eindeutige Startkommando des Führers warten. Um die Erwartungshaltung des Hundes einzudämmen, sollte der Führer häufig variieren: er kann z.B. gelegentlich ein Dummy anlaufen, stehenbleiben, die "Schickgeste" dann jedoch abbrechen und anschliessend ein anderes Dummy anlaufen.

Das Fußgehen kann ferner beim Training des Tragens/ Ausgebens des Dummies oder als Korrektur-Mittel eingesetzt werden. Beim "fortgeschritteneren" Training sollte es von vielfältigen Ablenkungen begleitet werden, die auf diesem Weg zur Normalität werden sollen.

Das Gehen selbst wird als Konzentration auf den Führer bzw. die kommende Arbeit abgefordert. Das Schnuppern am Boden und Umheräugen sollte deshalb unterbunden werden.

Das Delivery

Es ist sinnvoll das Delivery zunächst getrennt zu trainieren. Im weiteren Verlauf sollte der Hund immer beim geringsten Zweifel am schnellen Zurückkommen lockend ermuntert werden. Dem zurückkommen-den Hund sollte stets mittels positiver Körperhaltung mit offenen Handflächen Freundlichkeit signalisiert werden. Die offen dargebotenen Handflächen zeigen dem Hund deutlich, an welcher Stelle das Dummy abliefern soll. Schlechtes Tragen wird nach der Ausgabe freundlich korrigiert. Beim Ausgabe-Training hilft z.B. je nach Hund auch das Unterordnungs-Mittel des "Kopf-in-beiden-Händen-Haltens".

Die Kleine Suche

Die kleine Suche sollte von Anfang an und ständig trainiert werden, da Hunde aufgrund ihrer Lauffreude naturgemäss zum weiträumigen Suchen neigen. Die Korrektur der zu weiten Suche sollte dabei nicht über das Zurückpfeiffen in den Suchenbereich erfolgen. Der Hund muss selbst die Erfahrung machen, dass er nur im engen zugewiesenen Gebiet zum Erfolg kommt.

Beispiel:

Das Halten des Areals ("lost" / "there") wird durch die kleinräumig (3-100qm) eingeübte Suche zunächst am Fuß verankert - mit dem Ziel später in grösserer Entfernung nur noch abgerufen werden zu müssen.

Mit Blick auf späteres Arbeiten können hier auch schon Ablenkungen eingebaut werden.

Apportieren

Möglicher Aufbau des Apportierens (als Beispiel für den Aufbau anderer Arbeiten):

Dummy in den Fang geben
häufiges kurzes Tragen des Dummies mit Abnehmen, Wiedergeben und Loben
Aufnehmen des Dummies aus kurzer Distanz (ca. 3m)
Aufnehmen des Dummies aus längerer Distanz (ca. 10m), wobei der Führer anfangs sicherheitshalber nachrücken kann
Aufnehmen des Dummies ausser Sicht - auch hier sollte der Führer bis auf Eingriffs-Distanz nachrücken

Der Stopp-Pfiff

Der Stopp-Pfiff sollte zunächst am Fuss konditioniert werden. Im zweiten Schritt kann man ihn während eines kurzen Freilaufs auf kurze Distanzen anwenden mit dem Ziel ihn als positiven "Erlebnis-Auftakt" zu konditionieren. Wichtig ist stets nur mit einem voll konzentriertem Hund zu arbeiten: der Hund muss den Führer ansehen!

Falls er es nicht tut je nach Situation warten zurückrufen abholen/ anleinen

Markieren

Markieren heisst für den Hund die Fallstelle aufzusuchen und dort zu bleiben bis er findet.

Beispiel zum Aufbau:

auf eine getrampelte (1-2qm) Fallstelle ein Dummy legen
anschliessend zurückgehen und es als Memory arbeiten
danach eine Markierung auf die Memory-Stelle werfen

Achtung:

Markierungen sollten erst sehr spät und nur sehr wenig geübt werden, da sie die Erwartungs-haltung des Hundes unnötig stark fördern. Als Orientierungshilfe mag eine Markierung pro Woche in der Übungsphase gelten! Besser ist es mit kleinräumigen Suchen und Memories als Apportiermöglichkeiten zu arbeiten. Bei jedem Übungs-walk up sollte deshalb vor der Markierung auch stets eine Arbeit - z.B. ein Memory oder eine kleine Suche - in Gegenrichtung "vorgeschaltet" werden.

Wasserarbeit

Nach Fons' langjährigen Erfahrungen "lernen" die meisten der später lauten Hunde das Fiepen (whining) am Wasser. Deshalb muss der Hund bei der Wasserarbeit zuerst lernen, nicht ins Wasser zu gehen. Er rät den Hund vor dem Arbeiten immer erst zu konzentrieren (z.B. durch Fußgehen) und am Anfang immer zuerst "Landarbeiten" am Wasser durchzuführen.
Beim weiteren Arbeiten empfiehlt er, sich grundsätzlich nicht direkt an den Wasserrand direkt zu stellen. Dem Schütteln bzw. Ablegen des Dummies kann durch das Weglaufen des Führers vom Wasser bei der Rückkehr des Hundes und dem anschliessend schnellen Zugriff auf das Dummy vorgebeugt werden.
Da Grenzen am oder im Wasser (z.B. Schilfrand/offenes Wasser) den Hund besonders stark beeinflussen können und der Führer in Regel nur begrenzt einwirken kann, sollte man am Anfang immer mit einem Helfer am Gegenufer arbeiten, der Fehlleistungen vorbeugen helfen kann.
Wegen der mangelnden Einwirkungsmöglichkeiten sollten auch Ablenkungen im Wasser erst eingebaut werden, wenn der Hund in der Basisarbeit ganz sicher ist .
Beim Junghundetraining sollte das Dummy nie ins Wasser, sondern stets weit (> 10m) hinter dem Gegenufer fallen.

Übungsschritte:

Markierung gelegtes blindes Dummy
- stets am selben Ort des gegenüberliegenden Ufers. Falls der Hund bereits am Uferrand zu suchen beginnt, ist es sinnvoll, wenn der Helfer den Hund zum Fall-Ort "lockt" um den Erfolg zu gewährleisten.

 

 

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